Projektort:

Kamp-Lintfort

Träger:

Stadt Kamp-Lintfort

Fläche:

25 ha

Investition:

ca. 1,8 Mio. €

Zechenpark Kamp-Lintfort

Lebensraumband – Eine Trasse der Biodiversität

Zechenpark Kamp-Lintfort © Rupert Oberhäuser
Der Zechenpark Friedrich Heinrich mit historischem Fördergerüst und Förderturm. © Rupert Oberhäuser

Image

Der Zechenpark macht durch eine neue Interpretation von Parklandschaften im Hinblick auf Umweltbewusstsein, ökologisches Handeln und Biodiversität den Strukturwandel in der Region erleb- und nachvollziehbar.

Innovation

Durch die naturnahe und ökologische Gestaltung der neuen Bahntrasse zeigt der Zechenpark beispielhaft, wie Infrastruktur in sensible Grünräume integriert werden kann.

Wie wollen wir morgen leben?

„Im Park der Zukunft als Weiterentwicklung des urbanen Lebensraums."

- Martin Notthoff, Stadtkämmerer und Beigeordneter -

Neue und unerwartete Blickwinkel auf die Themen Ökologie und Klimaanpassung eröffnet das Vorhaben im Zechenpark Kamp-Lintfort.

Die Stadt Kamp-Lintfort entwickelt den Zechenpark Friedrich Heinrich im Rahmen der IGA Metropole Ruhr 2027 konsequent weiter. Der Park, entstanden aus der Landesgartenschau 2020, hat sich zu einem stark genutzten, identitätsstiftenden Grün- und Erholungsraum entwickelt und bildet heute die Basis für eine nachhaltige Fortentwicklung urbaner Freiraumqualität.

Mit der Teilnahme an der Programmebene „Unsere Gärten“ verfolgt die Stadt das Ziel, den Zechenpark langfristig als zukunftsfähige, klimaangepasste und ökologisch hochwertige grüne Infrastruktur zu qualifizieren. Im Mittelpunkt steht die Förderung der Biodiversität, klimaresiliente Freiräume sowie vielfältige Angebote zur Umwelt- und Klimabildung.

Lebensraumband – ökologische Einbindung der Bahntrasse

Parallel zur Weiterentwicklung des Parks wird die ehemalige Bahntrasse nach Moers für den Schienenpersonennahverkehr reaktiviert. Da die neue Gleislinie künftig den Park durchquert, entsteht mit dem „Lebensraumband“ eine naturnahe Einfassung der Bahnstrecke, die funktionale Anforderungen mit ökologischer Aufwertung verbindet.

Beidseitig der Gleise werden dafür vielfältige Vegetationsstrukturen geschaffen – von artenreichen Wiesen über strukturreiche Böschungen und blühende Hecken bis hin zu Tiny Forests. Sie:

  • mildern die trennende Wirkung der neuen Bahntrasse,
  • stärken Biodiversität und Biotopverbund entlang der Großen Goorley,
  • schaffen zusätzliche Lebensräume für Flora und Fauna,
  • erweitern das Naturerlebnis für Besucherinnen und Besucher,
  • bilden einen wichtigen Bestandteil eines zukünftigen Lehrpfads zur Umweltbildung.

Damit erhält die Gleistrasse eine hochwertige landschaftliche Integration und zugleich eine klare ökologische Funktion im Gesamtsystem des Parks.

Integration eines Industriewaldes in das Parkerlebnis

Südlich des Schirrhofes wird ein auf einer ehemaligen Industriefläche entstandener Sukzessionswald behutsam in das Parkgefüge einbezogen. Dieser natürliche Pionierwald, aufgrund seiner Struktur und Artenzusammensetzung ökologisch wertvoll, wird künftig als schattenspendender, klimaresilienter Naturraum erlebbar – ohne seinen Charakter zu verlieren.

Durch minimalinvasive Maßnahmen wie einen naturbelassenen Erlebnispfad, einen einfachen Aufenthalts- und Beobachtungsbereich sowie Informationspunkte zur Industrienatur entsteht ein neuer, ruhiger Erfahrungsraum. Er bietet besondere Einblicke in die Dynamik von Vegetation auf ehemaligen Bergbauarealen und trägt gleichzeitig zur Abkühlung bei sommerlicher Hitzebelastung bei.

Nachhaltige Stadtentwicklung 

Mit der Entwicklung von Lebensraumband und Naturwaldstrukturen stärkt die Stadt Kamp-Lintfort:

  • den Zechenpark als Erholungs- und Aufenthaltsraum,
  • einen ökologisch wertvollen Baustein des städtischen Freiraumsystems,
  • die Vernetzung zwischen innerstädtischem Parkraum und offener Landschaft,
  • das Bewusstsein für naturbasierte Klimaanpassung.