Zukunftsthemen im Fokus

Wie wollen wir morgen leben?

Unsere Leitfrage „Wie wollen wir morgen leben?“ wäre keine sinnvolle Frage, könnten wir diese Zukunft nicht mitgestalten. Dieses Wir - das sind allein im Ruhrgebiet über 5 Millionen Menschen. Sie haben mit ihrer Arbeit und unterschiedlichsten kulturellen Wurzeln die Region zu dem Schmelztiegel gemacht, der er heute ist. Sie machen gemeinsam die besondere Identität des „Potts“ aus. Und sie wollen und können nun auch gemeinsam die Transformation dieser Region gestalten.

Transformation zur grünsten Industrieregion

Was konkret also können wir beitragen zur Transformation im Ruhrgebiet? In welchen Feldern können wir inspirieren zu neuen Vorstellungen von unserer Zukunft, welche Erfahrungen teilen, wo schon Antworten geben? Was ist für uns relevant und lässt sich auch übertragen auf ähnliche Regionen in der ganzen Welt?

Fünf Fokusthemen auf der IGA 2027

Fünf Zukunftsthemen haben wir als Schwerpunkte gewählt, die als EXPO in denZukunftsgärten Duisburg, Gelsenkirchen und Dortmund erlebbar werden: 
Neues Wirtschaften und Produzieren, KlimaresilienzErnährung und Landwirtschaft, Gesundheit sowie Mobilität. Damit setzen wir uns informativ und interaktiv auseinander, in baulichen und gärtnerischen Ausstellungen, mit Workshops und Veranstaltungen du einer Fülle weiterer Ideen. Sie sind herzlich eingeladen, lassen Sie sich inspirieren zu den vielen Möglichkeiten einer guten und lebenswerten Zukunft!

Kokerei Hansa in Dortmund - Ort der Transformation. Foto: S. Kreklau

Zukunftsthemen, die uns bewegen

Die Nachfrage nach Lebensmitteln, die unter Verzicht auf Pestizide, Kunstdünger und Gentechnik bzw. in artgerechter Tierhaltung und idealerweise regional hergestellt werden, steigt stetig. Dass die traditionelle Landwirtschaft oder neuartige Produzenten diese zu marktfähigen Preisen bereitstellen können, erfordert auch Produktionsmethoden, die wiederentdeckt oder neu entwickelt werden müssen. 

Clevere Kombination: Bei der Aquakultur werden Fische in einer kontrollierten Umgebung aufgezogen, wobei ihre Ausscheidungen aufwändig entfernt werden müssen. Hydroponik ist die Aufzucht von Pflanzen auf einem mineralischen Substrat und wässrigem Medium, hier müssen Nährstoffe zugefügt werden. Kombiniert man Fischzucht und Gemüseanbau miteinander, entsteht eine neue Art der Nahrungsproduktion – die Aquaponik.

Ob zu Land, zu Wasser oder in der Luft: Die Suche nach einer nutzerorientierten, flexiblen, vernetzten und gleichzeitig umweltschonenden Fortbewegung und Logistik ist überall im Gange. Sei es bei den Antrieben, der Stärkung des Fuß- und Radverkehrs, nahtlosen Übergängen zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln, oder der Verbesserung der Ressourceneffizienz durch Attraktivierung des ÖPNV, Carsharing und Bikepooling. 

Logistik wird autonom: Drohnensysteme verbessern den Zugang zu schwer erreichbaren Orten und beschleunigen den Durchsatz in städtischen Lieferketten. Autonome, teilautonome und ferngesteuerte Schiffe helfen Nachwuchsprobleme bei Schiffsführern und Besatzung zu lindern und können die Sicherheit zu erhöhen.

Der Klimawandel stellt die gesamte Welt vor besondere Herausforderungen. Die Zunahme von Starkregen, Trockenphasen, tropischen Nächten und sich stark aufheizender Städte beeinträchtigen die Lebensqualität der Menschen – besonders in dichtbesiedelten Ballungszentren wie dem Ruhrgebiet. Denn hier liegen die Temperaturen bis zu zehn Grad Celsius höher als im unbebauten Umland.  Wir sollten lernen, kurzfristige Schocks besser zu überstehen, anpassungsfähiger zu werden und langfristig transformierbar zu bleiben. 

Klimaresilienter Quartiersumbau: Blau-grüner Wandel heißt, die Quartiere nachhaltig wasserbewusst zu gestalten mit effektiven Schutzmaßnahme vor Hitze, Trockenheit und Starkregenereignissen in den Städten, beispielsweise mit Baumrigolen, Dach- und Fassadenbegrünungen u.a. nach dem Prinzip der Schwammstadt.

Neues Produzieren heißt klüger wirtschaften – mit Materialien, die nachwachsen, mit geschlossenen Kreisläufen und mit Lösungen, die Ressourcen schonen. Technik und Kreativität verbinden sich mit der Kraft der Natur. Holz wird zum Baustoff der Zukunft. Pflanzen liefern Fasern für Textilien. Aus Biomasse entstehen neue Werkstoffe und Energie. Was früher Abfall war, wird heute zum Wertstoff. Die Natur kennt keine Verschwendung – alles ist Teil eines Kreislaufs. Wenn wir von ihr lernen, entsteht eine Wirtschaft, die nicht verbraucht, sondern erneuert. Eine Wirtschaft, die Zukunft pflanzt. 

Nachhaltiges Bauen: Mit modularen, wiederverwendbaren Steckelementen aus dem schnell wachsenden Holz der Kiribäume können massive Gebäude einfach montiert, aber ebenso leicht wieder zerlegt und anderenorts oder anders wieder aufgebaut werden.

Die Wahl dieses Zukunftsthemas steht in der Tradition historischer Kampagnen für saubere Luft im Ruhrgebiet. Heute ist der Himmel über der Ruhr wieder blau und der erfolgreiche Kampf für gesunde Luft ein Paradebeispiel für erfolgreichen Strukturwandel. Wie schon damals, gilt für heute und die Zukunft: Gesundheit braucht Zugang, Teilhabe und Partizipation hinsichtlich Natur, Freiraum und Gemeinschaft. Gesundheit ist ein dynamischer Prozess, der von körperlicher Fitness, seelischer Ausgeglichenheit, sozialer Teilhabe und auch ökologischen Faktoren geprägt ist.

In den Zukunftsgärten entstehen deshalb offene Orte der Begegnung, Zusammenarbeit und Teilhabe. Herzstück sind barrierefreie Pavillons mit vielfältigen Mitmach-Angeboten rund um Natur, Nachhaltigkeit, Bildung und Innovation. Inklusive Workshops, gemeinsames Gärtnern, kreative Aktionen und interkulturelle Kochformate bringen Menschen unterschiedlicher Generationen und Hintergründe zusammen. 

Aquaponikanlage vom Urbanisten e.V.