Zukunftsgarten Lünen
Eine Brache beginnt zu blühen
Auf der letzten alten Industriebrache, zwischen Wasserwegen und der pulsierenden Innenstadt, entsteht im Zukunftsgarten Lünen ein Ort, der viel mehr ist als ein Park: Er ist ein sichtbares Symbol für Wandel, Bewegung und Lebensqualität im Ruhrgebiet. Unter dem programmatischen Titel „Landschaft in Bewegung“ lädt dieser Bereich der IGA 2027 dazu ein, Natur, Stadt und Geschichte auf neuen Wegen zu erleben.
Verbindung von Natur und Stadt
Die Wurzeln des Projekts liegen in der langen Industriegeschichte Lünens. Jahrzehntelang war die ehemalige Zeche Viktoria ein wirtschaftlicher Motor und zugleich prägend für die Landschaft. Nach Jahrzehnten des Stillstands bieten die weiten Flächen rund um die Viktoria-Brache nun Raum für etwas ganz Neues: einen landschaftlich gestalteten Park, der Erholung, Bewegung und ökologische Transformation vereint.
Hier sollen sich die Dinge organisch entwickeln: Wege, Wasserflächen, Wildstaudenflächen und mäandernde Pfade formen sich als lebendige Verbindung aus Natur und Stadt. Der Parkkörper reicht von der Innenstadt über den Seepark Horstmar bis zum Datteln-Hamm-Kanal und wird während der IGA 2027 über den neuen IGA-Radweg angebunden. Dieser schafft nicht nur Vernetzung innerhalb des Zukunftsgartens selbst, sondern fügt ihn in ein überregionales Netzwerk von Wegen ein, das von Lünen aus weiterführt.
Sprung über die Lippe
Ein Kernstück des (kostenfreien) Zukunftsgartens sind die neuen Brücken über die Lippe – darunter der symbolträchtige „Sprung über die Lippe“. Diese Fuß- und Radbrücken verbinden nicht nur Uferzonen und Quartiere, sie stehen auch sinnbildlich für den Übergang vom industriell geprägten Ort zu einem lebendigen Freiraum. Spaziergänger, Radfahrende und Familien können so barrierefrei zwischen Stadt, Wasser und Parklandschaft wechseln und neue Perspektiven auf den urbanen Raum gewinnen. Auf der kleinen Halde bietet sich nur ein großartiger Rundum-Blick, durch eine neue Landmarke eröffnen sich auch digitale Perspektiven.
Sanfte Hügel, weite Wiesen
Im Norden öffnet sich der Park zu sanften Hügeln und weitläufigen Wiesen, die zum Spazieren, Picknicken oder Spielen einladen. Nördlich angrenzend liegt die Halde Victoria I/II – ein Relikt industrieller Vergangenheit, das nun Teil einer grünen Freiraumlandschaft wird. Auf und um diese Halde entstehen naturnahe Erholungsflächen, Aussichtspunkte und Bewegungsangebote: ein Gelände, das seine Geschichte nicht verleugnet, sondern in eine neue Identität übersetzt – als Ort, der zum Entdecken, Verweilen und Staunen einlädt.
Zwischen den Wegen, die das Gelände durchziehen, finden sich Spiel- und Bewegungslandschaften: Platz für Kinder, etwa im Funsport-Bereich, Angebote für Outdoor-Fitness, aber auch ruhige Zonen für Meditation oder Picknicks. Diese Vielfalt spiegelt wider, was den Zukunftsgarten Lünen ausmacht – er ist „bewegt relaxed“ zugleich: ein Park, der Aktivität und Erholung, Stadtleben und Naturerlebnis miteinander verknüpft.
Lernen in der Natur
Ein weiteres Thema des Zukunftsgartens ist Naturbildung. Lernstationen, thematische Gärten und Sitzgruppen entlang der Wege laden dazu ein, ökologische Prozesse zu verstehen: Wie funktioniert ein Regenwassermanagement? Welche Pflanzen fördern Biodiversität? Wie können urbane Räume klimagerecht gestaltet werden? Solche Fragen werden hier nicht abstrakt diskutiert – sie werden sichtbar und fühlbar. So zeigt der Zukunftsgarten Lünen, wie der Strukturwandel im Ruhrgebiet nicht nur historisch verarbeitet, sondern aktiv gelebt werden kann: als landschaftliche Bewegung, als Treffpunkt für Stadtgesellschaft und Natur, als neuer Identifikationsraum für die Menschen vor Ort und Gäste von nah und fern.



