Glasfassaden, viel Holz, eine große Dachterrasse mit Blick über den Schleusenpark Waltrop, eine Gastronomie und Stege in einem "Gräsermeer" - so sieht der Siegerentwurf für den Neubau eines Eingangsgebäudes mit Besucherzentrum am Oberwasser des LWL-Museums Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop aus. Eine Jury aus 26 Sach- und Fachpreisrichter:innen sowie neun sachverständigen Berater:innen hat die Lösung des Architekturbüros ACMS aus Wuppertal und der Landschaftsplaner wbp aus Bochum als beste unter den 15 eingereichten Vorschlägen bewertet. Ob der prämierte Entwurf bis zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) Ruhr 2027 tatsächlich umgesetzt werden kann, hängt davon ab, ob der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Träger des Museums eine Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen für die mit rund elf Millionen Euro veranschlagten Baukosten erhält. "Wenn der Siegerentwurf realisiert werden kann, wäre dies ein großer Wurf für unser Museum, aber auch für den gesamten Schleusenpark und die Region rund um Waltrop", sagte Dr. Georg Lunemann, der Direktor LWL, im Schiffshebewerk Henrichenburg. "Der neue Haupteingang am Oberwasser mit Gastronomie, Ausstellung und der großartigen Dachterrasse ist schon für sich genommen überaus attraktiv. Er bringt aber vor allem vielfältige Verbesserungen mit sich - von der Verkehrsanbindung bis zum Museumserlebnis."
Pläne aller eingereichten und Modelle der ausgezeichneten Entwürfe sind bis zum 19. November auf dem Ausstellungsschiff "Ostara" ausgestellt und zu den regulären Öffnungszeiten des LWL-Museums zu besichtigen. Der Neubau soll auf dem LWL-Gelände neben der Schiffswerkstatt am Oberwasser entstehen. Auf einer Fläche von 630 Quadratmetern werden nach den Plänen Kasse, Shop, eine öffentlich zugängliche Gastronomie sowie ein kostenfreies Infozentrum zum Schleusenpark untergebracht. LWL-Baudezernent Urs Frigger: "Der Entwurf von ACMS sieht unter anderem eine Holzkonstruktion des Gebäudes vor. Die nachhaltige, ressourcenschonende und wirtschaftliche Umsetzung der Maßnahme ist dabei zentraler Entwurfsansatz."
Ziel des Gesamtprojektes ist es, die Erreichbarkeit des LWL-Museums zu verbessern und die Aufenthalt für Besucher:innen noch angenehmer zu machen. Außerdem sollen die vier Stufenbauwerke im Schleusenpark besser verknüpft werden. Der Schleusenpark Waltrop mit seinen zwei Hebewerken und zwei Schleusen auf engstem Raum gilt als weltweit einmalig. "Mit der Internationalen Gartenausstellung 2027 haben wir die Chance, das Ensemble mit unserem Museum als zentralem Bauwerk deutlich attraktiver zu machen und seiner Bedeutung entsprechend aufzuwerten. Der Schleusenpark wäre damit erstmals als Ganzes erlebbar", so LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara-Rüschoff-Parzinger.
Die weiteren Pläne sehen nicht nur eine bessere Wegeverbindung zwischen den vier Stufenbauwerken am Kanal, sondern auch eine Öffnung des Schleusenparks ins weitere Umfeld vor. So soll eine Themen-Radroute mit dem Titel "Kanal Vita[l]" den Park mit dem Stadtzentrum Waltrop verbinden. Insgesamt acht Stationen, angelegt als Skulpturenpfad entlang des Dortmund-Ems-Kanals, sollen Industriekultur und Kanalgeschichte beleuchten. "Die neue Radroute ist ein wichtiger Baustein des IGA-Projektes. Schleusenpark und Stadtzentrum rücken dadurch künftig enger zusammen. Eine der Stationen ist der Kanalhafen Waltrop, der mit Hafencafé, schwimmender Steganlage und Anleger für die touristische Kanalschifffahrt durch die Route besser an das touristische Netz angeschlossen wird", so Jeanette Sebrantke, Dezernentin für Stadtentwicklung in Waltrop.
Auch Waltrops Bürgermeister, Marcel Mittelbach, freut sich auf die IGA: "Die IGA wird mit vielfältigen Ideen zeigen, wie wir unsere Zukunft grün und lebenswert gestalten können. Ich freue mich, dass wir in Waltrop mit dem Schleusenpark als einzigartigem Landschaftspark und mit der spannenden Radroute, die quasi eine Brücke ins Zentrum unserer Stadt schlägt, dabei sind."


