Aktuelles

IGA 202716 künstlerische Positionen verwandeln die Kokerei Hansa zur IGA 2027 in einen besonderen Ausstellungsort

Kunst trifft Industriekultur: „spark – from work to progress“ im Zukunftsgarten Dortmund


Wo früher Kohle zu Koks verarbeitet wurde, treffen zur IGA 2027 Ruhrgebiet Industriekultur, Natur und zeitgenössische Kunst aufeinander. Unter dem Titel „spark – from work to progress“ entsteht auf der Kokerei Hansa im Zukunftsgarten Dortmund eine Ausstellung mit 16 künstlerischen Positionen aus Nordrhein-Westfalen. Viele der Werke werden eigens für die IGA 2027 entwickelt und setzen sich direkt mit diesem besonderen Ort, seiner Geschichte und seinem Wandel auseinander. Insgesamt beteiligen sich 18 Künstlerinnen und Künstler. Sieben Künstlerinnen und Künstler beziehungsweise Teams kommen aus Dortmund, weitere aus Münster, Düsseldorf, Köln, Essen und Herne. Zu entdecken gibt es Fotografie, Film und Sound ebenso wie Skulpturen, Malerei und multidisziplinäre Installationen.

Die Kokerei Hansa wird selbst Teil der Kunst

Die Kunstwerke werden nicht einfach vor der historischen Industriekulisse präsentiert. Vielmehr wird die Kokerei Hansa selbst Teil der Ausstellung: Gebäude, technische Anlagen, Wege, Böden, Bäume und die besondere Industrienatur fließen in die Arbeiten ein. Einige Künstlerinnen und Künstler recherchieren im Archiv, andere reagieren unmittelbar auf die Architektur und Natur vor Ort. Manche Werke verändern sich sogar während der 178 Tage der IGA 2027.

Ausgangspunkt ist dabei immer wieder die zentrale Frage der IGA: „Wie wollen wir morgen leben?“ Die Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich unter anderem mit Natur und Umwelt, Arbeit und Gemeinschaft, Klimawandel, Migration, Erinnerung und Biodiversität.

„Die IGA 2027 stellt die Frage, wie wir morgen leben wollen. Kunst kann darauf keine einfachen Antworten geben – aber sie kann unseren Blick verändern und Fragen stellen, auf die wir selbst Antworten finden müssen“, sagt Hanspeter Faas, Sprecher der Geschäftsführung der IGA 2027 Ruhrgebiet. „Die künstlerischen Arbeiten eröffnen unseren Besucherinnen und Besuchern ganz unterschiedliche Möglichkeiten, diesen Wandel zu entdecken.“
 

Von Ameisen und Birken bis zur letzten Grubenwehr

Wie vielfältig das aussehen kann, zeigen erste Einblicke in die geplanten Werke. Evelyn Bracklow entwickelt kleine keramische Eingriffe in die Architektur, auf denen erst bei genauerem Hinsehen winzige Ameisen sichtbar werden. Damit lenkt sie den Blick von den monumentalen Industrieanlagen auf die kleinen Lebewesen, die diesen Ort ebenfalls prägen.

Maike Denker macht die Birken des Industriewaldes zu Partnerinnen einer künstlerischen Forschungsstation. In einem offenen Kubus werden die Veränderungen und Beziehungen zwischen Mensch, Pflanze und Umwelt untersucht.

Mit der Geschichte des Bergbaus beschäftigt sich Arne Piepke. Seine fotografische Arbeit „Die letzte Grubenwehr“ nimmt das Ende des Steinkohlenbergbaus zum Ausgangspunkt und fragt danach, welche Bedeutung Arbeit für Gemeinschaft, Vertrauen und Identität hat.

Auch Themen wie Energie und Klimawandel, Konsum, urbane Transformation oder das Verhältnis zwischen Mensch und Natur finden ihren Platz in der Ausstellung.
 

Kunst als Funke für neue Gedanken

Der Titel „spark – from work to progress“ greift den Wandel der Kokerei Hansa auf. Der „Funke“ steht für die Idee, dass Kunst neue Gedanken, Begegnungen und Diskussionen anstoßen kann.

Das kuratorische Team aus Sarah Hübscher, Steven Natusch und Linda Schröer möchte mit der Ausstellung zugleich die künstlerische Vielfalt Nordrhein-Westfalens sichtbar machen. Die Kokerei Hansa bietet dafür eine besondere Bühne: Hier treffen die industrielle Vergangenheit des Ruhrgebiets, die zurückkehrende Natur und die Entwicklung eines neuen Zukunftsortes unmittelbar aufeinander.

„Aus der Arbeit von gestern entsteht hier der Funke für das Morgen“, sagt Dortmunds Bürgermeisterin Ute Mais. „Wir hoffen, dass die IGA 2027 spannende Impulse setzt und Gäste von überall her nach Dortmund lockt. Genau das macht Kunst und Innovation an diesem Ort so kraftvoll.“
 

Kunst entdecken – ohne vorgegebenen Rundgang

Die 16 künstlerischen Positionen verteilen sich über das Gelände der Kokerei Hansa. Einen klassischen Rundgang mit festgelegter Reihenfolge wird es nicht geben. Stattdessen fügen sich die Arbeiten in Architektur und Industrienatur ein und laden dazu ein, den Ort immer wieder aus einer neuen Perspektive zu entdecken.

Während der IGA 2027 wird „spark – from work to progress“ außerdem von Vorträgen, Führungen, Gesprächen mit Künstlerinnen und Künstlern, Performances und Workshops begleitet.

Die Ausstellung ist während der Internationalen Gartenausstellung Ruhrgebiet 2027 im Zukunftsgarten Dortmund auf der Kokerei Hansa zu erleben.