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IGA 2027Zur IGA 2027 wird die Emscherinsel im Zukunftsgarten Gelsenkirchen zum Klangraum

Wie klingt eigentlich Kunst?


Wie klingt ein Garten? Welche Geschichten erzählt eine Landschaft, wenn man ihr zuhört? Und was passiert, wenn Kunst, Natur und Industriekultur aufeinandertreffen? Mit „Laute Landschaften – Wie klingt eigentlich Kunst?“ entsteht zur IGA 2027 ein außergewöhnlicher Klangkunstparcours im Zukunftsgarten Gelsenkirchen.

Vom 23. April bis 17. Oktober 2027 können Besucherinnen und Besucher auf der Emscherinsel Klangkunst und Kunst im öffentlichen Raum erleben. Die Open-Air-Ausstellung wird von den RuhrKunstMuseen gemeinsam mit der IGA 2027 und unter Beteiligung von Urbane Künste Ruhr entwickelt.

Regionale und internationale Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich dafür mit der Emscherinsel, ihrer Geschichte, ihrer Natur und ihrem Wandel. Der Parcours verbindet bereits bestehende Werke mit neuen Arbeiten, die eigens für diesen besonderen Ort entstehen.
 

Eine Landschaft zum Hinhören

Vogelstimmen, raschelnde Blätter, Wind oder knackendes Unterholz: Gärten haben ihre ganz eigene Klangwelt. Genau hier setzt „Laute Landschaften“ an und verbindet die Geräusche und Geschichten des Ortes mit zeitgenössischer Kunst.

Besucherinnen und Besucher können durch begehbare Klanglandschaften gehen, selbst Instrumente und damit Klänge in Bewegung setzen oder Kompositionen hören, die mit direkt vor Ort aufgenommenen Geräuschen arbeiten. Hinzu kommen Arbeiten mit Stimme und Gesang sowie skulpturale Installationen, die nicht nur gesehen, sondern vor allem gehört werden wollen.

So entsteht kein klassischer Skulpturenparcours. Bewegung, genaues Hinhören und teilweise auch das eigene Mitmachen werden Teil des Kunsterlebnisses.

„Die IGA 2027 will Orte nicht nur verändern, sondern Menschen dazu einladen, sie neu zu entdecken: Wer durch den Zukunftsgarten Gelsenkirchen geht, wird die Landschaft nicht nur sehen, sondern ihr zuhören können“, sagt Hanspeter Faas, Sprecher der Geschäftsführung der IGA 2027 Ruhrgebiet gGmbH. „Industriekultur, Natur, Kunst und die Geschichte dieses Ortes kommen hier zusammen und schaffen ein Erlebnis, das überrascht, neugierig macht und im Gedächtnis bleibt.“
 

Die Emscherinsel wird selbst Teil der Ausstellung

Der Klangkunstparcours setzt sich unmittelbar mit seinem Standort auseinander. Denn die Emscherinsel erzählt selbst eine Geschichte des Wandels im Ruhrgebiet.

Von 1868 bis 1993 wurde auf der Zeche Nordstern Kohle gefördert. Mit der Bundesgartenschau 1997 entwickelte sich das ehemalige Zechengelände zu einem viel genutzten Park. Auch die Emscher steht für Transformation: Jahrzehntelang wurde sie als offener Abwasserkanal genutzt, heute ist sie wieder ein Fluss.

Diese besondere Umgebung wird zum Bestandteil der Ausstellung. Klangkunst soll Industrierelikte, artenreiche Brachen und stille Naturräume auf neue Weise erfahrbar machen und unterschiedliche Perspektiven auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eröffnen.
 

Klangkunst unter freiem Himmel

Zu den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern gehören unter anderem Nevin Aladağ, Lilian Beidler, Ângela Ferreira, Tim Löhde, Philipp Modersohn und Denise Ritter sowie das Sound Practice Research Kollektiv der Folkwang Universität der Künste unter der künstlerischen Leitung von Jan St. Werner.

Dabei kommen ganz unterschiedliche Ausdrucksformen zum Einsatz. Die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler arbeiten unter anderem mit Gesang, elektronischen Musikzitaten, Alltagsgeräuschen, Sprache und sogenannten Field Recordings – Klängen, die direkt vor Ort aufgenommen werden.

Der Klangkunstparcours wird auf der gesamten Emscherinsel erlebbar sein.
 

Kunst neu entdecken

Mit „Laute Landschaften“ möchten die RuhrKunstMuseen Klangkunst einem breiten Publikum zugänglich machen. Statt im klassischen Museumsraum begegnet den Besucherinnen und Besuchern die Kunst unmittelbar in der Landschaft.

Gleichzeitig verbindet das Projekt die Emscherinsel mit weiteren Kunst- und Kulturorten in Gelsenkirchen – vom Kunstmuseum über das Musiktheater bis zu Kunstwerken im öffentlichen Raum.

Begleitet wird die Ausstellung von einem Bildungs- und Vermittlungsprogramm der RuhrKunstMuseen, das Teil des Bildungsprogramms der IGA 2027 wird. Während der „Woche des Ruhrgebiets“ vom 24. bis 30. Mai 2027 ist außerdem ein Tag der RuhrKunstMuseen mit Vermittlungsprogramm und künstlerischen Interventionen geplant.

„Laute Landschaften – Wie klingt eigentlich Kunst?“ ist vom 23. April bis 17. Oktober 2027 im Zukunftsgarten Gelsenkirchen zu erleben.