Hauptfriedhof Dortmund
Wo Natur Trost spendet
Der Dortmunder Hauptfriedhof ist in vielerlei Hinsicht bedeutend: Mit ca. 112 ha ist er einer der größten Friedhöfe Deutschlands und mit Abstand die größte Grünfläche Dortmunds, er ist fast zweimal so groß wie der Westfalenpark.
Der äußerst durchdachte Gesamtplan mit den prägnanten Friedhofsgebäuden spiegelt viel von den garten- und friedhofshistorischen Gedanken der Jahrhundertwende wider. In den 1920er Jahren unter anderem von den damaligen Stadtbaurat Strobel und Gartendirektor Nose mitgeplant und gebaut, entfaltet der Hauptfriedhof mit seinem ehrwürdigen Großbaumbestand heute mehr denn je seine volle Wirkung als Gesamtkunstwerk.
Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ist die Stadt Dortmund einem enormen Wandel unterzogen. Das Friedhofswesen wurde unter anderem aus hygienischen Gründen zur kommunalen Aufgabe und die Suche nach einem geeigneten Ort für einen großen Zentralfriedhof beginnt. Die Einweihung des Hauptgebäudes erfolgte im Jahre 1924, wobei bis dahin ein Achtel der Gesamtfläche gärtnerisch hergerichtet war.
Nach dem Botanischen Garten Rombergpark und dem Westfalenpark ist der Hauptfriedhof mit über 7.400 Bäumen die dritte Anlaufstelle für botanisch interessierte Besucher*innen. Neben den überwiegend einheimischen Baumarten lassen sich hier zahlreiche dendrologische Raritäten wie beispielsweise die Orientalische Buche (Fagus orientalis), die Italienische Erle (Alnus cordata) oder den Osagedorn (Maclura pomifera) entdecken.
Schon allein durch seine Dimension und den enormen Baum- und Strauchbestand ist der Hauptfriedhof ein bedeutender Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Mittels angepasster Pflege und gezielter Maßnahmen wird der Naturschutz auf dem Hauptfriedhof gefördert: Baumruinen verbleiben zum Teil als Lebensraum im Bestand, heimische Gehölze werden zum Vogelschutz angepflanzt bzw. extensiv gepflegt und ein Feuchtbiotop wurde zur Förderung von Amphibien angelegt. Neben den schwarzen Schwänen und Enten auf dem Teich lassen sich auch wildlebende Tiere wie Frösche, Kröten und Libellen, vor allem aber verschiedenste Vogelarten (z.B. diverse Spechtarten, Mäusebussard, Turmfalke etc.) beobachten.
Auch im Bereich neu angelegter Grabanlagen wird gezeigt, dass eine Grabstätte durchaus in Einklang mit Biodiversität einhergehen kann. Im Laufe der letzten Jahre ist die Nachfrage nach Obstbaumgräbern enorm gestiegen. Gleichzeitig entstand so gleichzeitig eine große Sammlung alter Apfel- und sonstiger Obstsorten.
Bäume in der Stadt, hier insbesondere unsere Straßenbäume, sind einer Vielzahl von sich ändernden Einflüssen ausgesetzt, die in ihrer natürlichen Umgebung nicht oder nur begrenzt vorkommen. So zeigen einige der bisher verwendeten Arten starke Vitalitätseinbußen oder sind teilweise bereits abgestorben.
Seit einigen Jahren finden deshalb bundesweit Untersuchungen an Baumarten und -Sorten statt, um herauszufinden, welche sich unter diesen sich verändernden Bedingungen am besten eignen. Die meisten dieser Bäume stammen größtenteils aus entfernten Regionen der Erde oder sind Neuzüchtungen, die in den heimischen Ökosystemen eigentlich keinen Platz haben, können aber eventuell besser mit den beschriebenen Bedingungen umgehen und somit entstehende Lücken schließen. Der immer weiter fortgeschriebene Zukunftsbaumpfad zeigt auf aktuell ca. 2,5km eine Vielzahl dieser Gehölze, welcher gut ausgeschildert ist. An jedem Standort findet sich eine Kurzbeschreibung und ein Link zu weiteren Informationen.
Der Hauptfriedhof Dortmund zeigt im Bereich der Friedhofentwicklungsplanung viele Möglichkeiten, wie ein Friedhof als Grün- und Erholungsanlage gleichermaßen weiterentwickelt und für die gesamte Stadtgesellschaft zu einem wichtigen und beliebten Anlaufpunkt werden kann.
Besonderheiten / Alleinstellungsmerkmal(e)
- Dendrologische Seltenheiten
- Größte Grünanlage Dortmunds
- Steht komplett unter Denkmalschutz
- Viele historische Gebäude und Denkmäler
- Internationaler Friedhof mit Kriegsgräbern aus verschiedenen Ländern
Impressionen
Öffnungs- & Besuchszeiten
Jederzeit zugänglich
Erreichbarkeit
Anbindung per Bus und Bahn: mit der U 47 aus Richtung Innenstadt oder Aplerbeck bis zum Haltepunkt "Hauptfriedhof". Von dort noch 5 Min. bis zum Haupteingang.
Barrierefreiheit
Alles auf dem Friedhof ist barrierefrei zu erreichen.
Gastronomieangebot
Gastronomie ist nicht vorhanden
Weitere Gastronomieangebote: Bäckerei, Kiosk gegenüber des Haupteingangs
Sonstiges
- WC vorhanden
- Bänke und Sitzgelegenheiten
- Hunde sind an der kurzen Leine im Park erlaubt
Hotel Ambiente **** in der Nähe des Haupteingangs
Lageplan
Anschrift
Hauptfriedhof Dortmund
Am Gottesacker 25
44143 Dortmund
Deutschland
friedhoefe@dortmund.de
Am Gottesacker 25, 44143 Dortmund
Zur Webseite
Route auf Google Maps anzeigen
Daten
Entstehung:
- 1921
Pläne für zukünftige Entwicklung:
- Erweiterung durch innovative Grabfelder
- Fortführung Zukunftsbaumpfad
Kontaktinformationen
Friedhöfe Dortmund
- friedhoefe@dortmund.de
- Am Gottesacker 25, 44143 Dortmund
- Zur Webseite
„Erlebnisrouten IGA 2027 – Grüne Transformation mit dem Rad erleben"
Das Projekt wurde gefördert von:









