Volkspark Marl
Vom Volkspark zum Klimapark Marl
Die Industrialisierung führte in Marl in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu einer rasanten Stadtentwicklung. Der Volkspark wurde zur „Volksfürsorge“ angelegt, um gesundheitliche Belastungen abzumildern. Trotz Aufgabe des Bergbaus gilt das urbane Grün noch immer als entscheidender Faktor für die Gesundheit und Lebensqualität der Bewohner. Heute ist allerdings der Klimawandel eine der größten und brennendsten globalen Herausforderungen. Als grüne und kühle Oasen werden Parks und Gärten immer mehr Besucher anziehen. Dadurch ergeben sich neue Herausforderungen an die Nutzung und Gestaltung des Parks: Maßnahmen zur Entsiegelung, zur Versickerung und Speicherung von Regenwasser, dem Umgang mit Starkregen (Schwammstadt sowie die Pflanzung klimaangepasster Bäume und den Artenreichtum fördernder Blühflächen, Gehölze und Stauden. Der „Volkspark“ wird daher modellhaft zum Klimapark entwickelt. Im neuen Volkspark sollen sich die unterschiedlichen Funktionen und Ansprüche überlagern, gegenseitig sinnvoll ergänzen und verstärken. Es entsteht ein „Hybridpark“, der Naturerlebnis und Erholung ebenso bietet wie sportliche Aktivitäten an der frischen Luft.
Wesentliche Elemente des neuen Parks sind:
Erlebnissteg „Klima“
Der Steg verbindet als spielerischer, interaktiver Naturlehrpfad die Vielfaltsgärten (Schul- und Bürgergärten), gibt Informationen und Einblicke in die Lebensräume Wasser und Wald. Er führt über den Teich und durch den Klimawald. Die Lebensbedingungen der Bäume werden thematisiert und unmittelbar erlebbar.
Lebensraum Wald
Der waldähnliche Bestand des Volksparks wird zum „Klimawald“ entwickelt. Dadurch soll ein resilienter und anpassungsfähiger Mischwald entstehen, der den Effekten der globalen Erwärmung widersteht. Der Waldbereich dient zukünftig vorrangig dem Arten- und Biotopschutz und bleibt frei von intensiven Freizeitnutzungen. Trampelpfade sind möglich, die Wege am südwestlichen Teichrand werden aber nicht erneuert. Durch eine punktuelle Waldverjüngung, der Entnahme von Neophyten und der Neupflanzung klimaresilienter Arten wird seine ökologischen Qualität verbessert. Benjeshecken aus Schnittgut, Totholzinseln und -pyramiden schützen und schaffen neue Lebensräume. Einige Initialpflanzungen unterstützen die Entwicklung der potentiell natürlichen Vegetation.
Lebensraum Wasser
Die gewässerökologische Sanierung der Teiche und des Weierbachs wird basierend auf einem Gewässerentwicklungskonzept realisiert. Organischer Schlamm und Sedimente werden entfernt. Im südlichen Zufluss- und im nordöstlichen Abflussbereich werden Filter- und Pflanzenklärbereiche angelegt, die gleichzeitig die zukünftige Sedimentation verlangsamen sollen. Das Wachstum von Wasser- und Sumpfpflanzen zur Stabilisierung des Ökosystems wird durch geeignete Initialpflanzungen verstärkt. Das Gewässer soll als Lebensraum für Amphibien, Vögel und anderen Artengruppen gestärkt werden. Im Übergangsbereich zum ehemaligen Volksparkstadion werden die Tribünen und Erdwälle entfernt und die Fläche zum Wasser geöffnet. Der Teich selbst wird in diesem Bereich erweitert, um eine großzügige zusammenhängende Wasserfläche zu erhalten. Der Uferbereich wird hier freigeschnitten, abgeschrägt und vielfältig strukturiert, um attraktive Lebensräume zu bieten. Sitzstufen aus dem Material der ehemaligen Tribüne machen das Wasser für Besucher erlebbar.
Lebensraum Wiese
Die Fläche des ehemaligen Volksparkstadions wird als große, frei nutzbare Wiesenfläche in den Park integriert. Bestandsbäume bleiben weitgehend erhalten und werden durch klimaresiliente Neupflanzungen ergänzt. Die freie Fläche dient der Entstehung von Kaltluft und deren Weiterleitung in die Innenstadt. Gleichzeitig fungiert die tiefer liegende Wiese als Retentionsraum zum Hochwasserschutz. Durch Ausmuldungen und der Einleitung von Regen- und Oberflächenwasser entstehen wechselfeuchten Bedingungen und damit besondere Standorte für Pflanzen und Tiere.
Besonderheiten / Alleinstellungsmerkmal(e)
- Der historische Park wird revitalisiert und um die Fläche eines ehemaligen Fußballstadions erweitert.
- Im Rahmen des Förderprogramms „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ des BM Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen wird der Park zu einem Klimapark umgebaut.
- Hier werden unter anderem Baumarten „getestet“ die die sich ändernden klimatischen Standortbedingungen besser vertagen.
- Es wird ein Klimapfad installiert der sowohl spielerische als auch umweltpädagogische Elemente enthält.
- Die Overberg-Grundschule betreut einen Schulgarten als urban gardening-Projekt.
- Hyrox – Parcour
Impressionen
Öffnungs- & Besuchszeiten
durchgängig geöffnet
Erreichbarkeit
PKW: Öffentlicher Parkplatz Breite Straße
Bus: Haltestelle Marl Am Volkspark der Linien 221 und 222
Bahn: Haltepunkt Marl Mitte ca.
Barrierefreiheit
Die Parkanlage ist barrierefrei.
Gastronomieangebot
Gastronomie ist in Planung
Weitere Gastronomieangebote: Öffentlich zugängliche Vereinsgastronomie am angrenzenden Guido-Heiland-Bad und Tennis-Club Marl; verschiedene gastronomische Betriebe (Internationale) an der Breite Straße
Sonstiges
- WC vorhanden
- Bänke und Sitzgelegenheiten
- Hunde sind im Park erlaubt
- Diverse Ferienwohnungen und Hotelangebote im Stadtgebiet
Lageplan
Anschrift
Volkspark Marl
Ophoffstraße
45768 Marl
Deutschland
amt61@marl.de
Carl-Duisberg-Str. 165, 45772 Marl
Zur Webseite
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Daten
Entstehung:
- 1927
Weiterentwicklung:
- 1985 Anlage von Vollieren für Kleintiere
- 2008 Aufgabe der Kleintierhaltung
Pläne für zukünftige Entwicklung:
- Landschafts- und freiraumplanerischer Wettbewerb nach RPW 2013 im Jahr 2021
- Jurierung Mai 2022
Kontaktinformationen
Kreis Recklinghausen, Stadt Marl
Amt für Stadtplanung und integrierte Quartiersentwicklung
- amt61@marl.de
- Carl-Duisberg-Str. 165, 45772 Marl
- Zur Webseite
„Erlebnisrouten IGA 2027 – Grüne Transformation mit dem Rad erleben"
Das Projekt wurde gefördert von:



