Westpark Bochum
Zwischen Stahlgeschichte und grünem Aufbruch
Auf dem 38 ha großen, innenstadtnahen Gelände, das bis 1986 der Stahlproduktion diente, plante die Arbeitsgemeinschaft Danielzik & Leuchter, das Büro Heimer + Herbstreit sowie S.K.A.T. Architekten und Stadtplaner ab 1999 einen topografisch spannenden Freiraum auf abgelagerten Hochofenschlacken und den einst für den Hochofenprozess geformten Terrassen. Auf drei Ebenen erstreckt sich heute der industriell geprägte, archaisch moderne Park, dessen Modellierung sich kein Landschaftsarchitekt bei einer Neuplanung so trauen würde. Die Terrassen wurden durch Stützmauern und Rasenböschungen eingebunden und mit Rampen, Treppen und Brücken verbunden.
Spazier- und Radwege mit interessanten Ausblicken über Stadt und Park, die „Regenwasser“- Landschaften mit den nachts farbig beleuchteten Wasserwelten und die beiden Spiellandschaften prägen den Park seit 2007. Historische Relikte wie Wasserturm, Kühlturm und Turbinenhalle wurden ebenso wie Eisenbahnschienen, Stellwerksgebäude, Rückhaltebecken und andere Anlagenreste der Stahlproduktion reizvoll integriert. Die große ehemalige, über hundertzwanzig Jahre alte Gebläsemaschinenhalle (Jahrhunderthalle) ist heute gefragte Veranstaltungs-Location und zentraler Spielort zeitgenössischer Theater- und Musikproduktionen sowie Ausgangspunkt für Führungen in die historischen Katakomben.
Neben den verbliebenen Industrierelikten hat sich auch dort, wo Abriss, Altlastensanierung und Gestaltung tiefe Wunden rissen, spontan eine Industrienatur mit abwechslungsreichen vielschichtigen Vegetationsbildern etabliert. Die vorhandene Vegetation - der von starken Pionieren wie Birken, Weiden und Robinien geprägte Industriewald - wurde als Grundkapital des Parks erhalten. Mit den ergänzenden Anpflanzungen entstand eine postindustrielle Grünanlage, die heute als ein bedeutender Kristallisationspunkt der Route der Industrienatur gilt. Ein von Lichtkünstlern und -ingenieuren entwickeltes Konzept erzeugt in der Dunkelheit farbige Stimmungen. Niedrige Lichtpunkte inszenieren den Westpark geheimnisvoll mystisch.
Besonderheiten / Alleinstellungsmerkmal(e)
- Nach dem Ende der Stahlindustrie hat sich die (Industrie)Natur das Areal zurückerobert. Die Jahrhunderthalle, ein Wasserhochbehälter, die Dampfgebläsehalle und zwei Kühltürme sind neben weiteren Relikten jener Zeit erhalten geblieben. Sie werden in den Abendstunden stimmungsvoll und farbenprächtig inszeniert. Bei einer der Führungen z.B. Fackeln und Finsternis kann man tiefer in die Geschichte eintauchen oder neben dem Westpark die 1902 als Ausstellungshalle entworfene "Industriekathedrale" - die Jahrhunderthalle - unter Tage erleben. Auf der obersten Ebene des Parks lässt sich auf einem zwei km langen Rundweg die Industrienatur erkunden und Ausblicke auf den Park, die Wasserwelten und die Stadt genießen
Eintritt
- Der Park ist nicht eintrittspflichtig.
- Nur für Führungen und Veranstaltungen werden Eintrittsgelder erhoben.
Impressionen
Öffnungs- & Besuchszeiten
ganzjährig öffentlich zugänglich
Erreichbarkeit
PKW: A40, Abf. Bochum-Stahlhausen (32), Ausschilderung Stahlhausen/ Jahrhunderthalle; Stellplätze und Parkhaus
Straßenbahn 302 von Bochum Hbf nach Gelsenkirchen und Linie 310 nach Höntrop oder Bus 345 nach Dahlhausen, Halt "Jakob-Mayer-Straße"
Der Westpark ist über die Erzbahntrasse und den RS1 für Fahrradfahrer gut erreichbar. Über die mit Radspuren großzügig ausgestattete Alleestr. ist
eine fahrradfreundliche Anbindung an die Innenstadt gegeben.
Barrierefreiheit
Der Park wurde entsprechend der vom Hochofenprozess hinterlassenen Topografie auf drei Ebenen weitgehend barrierearm angelegt. Rampen, Stege und Brücken führen über Industriewald, Rasen- und Wasserflächen.
Gastronomieangebot
Gastronomie ist vorhanden
Weitere Gastronomieangebote: Anlaufpunkt für die Besucher ist das Besucherinformationszentrum (April bis November) im Pumpenhaus, in dem sich auch eine Kantine befindet.
Sonstiges
- WC vorhanden
- Bänke und Sitzgelegenheiten
- Hunde sind angeleint im Park erlaubt
- In der Nähe (rd. 500 -900 m Entfernung) befinden sich zwei Hotels.
- An der Jahrhunderthalle gibt es eine Radstation. Hier kann das Revierrad
gemietet werden und an allen ausgewiesenen Revierradstationen zurückgegeben werden.
Lageplan
Anschrift
Westpark Bochum
Gahlensche Straße 100
44809 Bochum
Deutschland
0234 910-1628
umweltamt@bochum.de
Hans-Böckler-Straße 19, 44777 Bochum
Zur Webseite
Route auf Google Maps anzeigen
Daten
Entstehung:
- In mehreren Abschnitten von 1999 bis 2007:
- Der Westpark ist noch jung. Auf dem Areal wurde bis 1986 Roheisen und Stahl produziert.
- Der erste Bauabschnitt wurde 1999 als Teil der IBA für Besucher freigegeben.
Kontaktinformationen
Stadt Bochum
Umwelt- und Grünflächenamt
- 0234 910-1628
- umweltamt@bochum.de
- Hans-Böckler-Straße 19, 44777 Bochum
- Zur Webseite
„Erlebnisrouten IGA 2027 – Grüne Transformation mit dem Rad erleben"
Das Projekt wurde gefördert von:



