Zukunftsgarten RheinPark
Ein Park, der den Rhein neu erzählt...
Vorgeschichte
1851 wurde das Eisenhütten- und Walzwerk in Duisburg-Hochfeld gegründet. Zu Beginn wurde hier Roheisen und Rohstahl produziert, zuletzt fokussierte sich das Geschehen auf das Walzen von Draht. Ausschlaggebend für den Standort Hochfeld waren die günstigen Verkehrsbedingungen. Durch den nahegelegenen Hafen und die Bahnstrecke konnten Güter einfacher abtransportiert werden. Das Werk wurde im 2. Weltkrieg weitgehend zerstört und dann als Drahtwalzwerk wiederaufgebaut. Die Eisen- und Stahlherstellung wurde in den 60er-Jahren komplett aufgegeben. Im Jahre 2013 wurde die Drahtproduktion nach Ruhrort verlagert und besiegelte das Ende der Hochfelder Hütte als Produktionsstätte für Eisen-und Stahlgüter nach 150 Jahren.
Stadtentwicklung
„Duisburg an den Rhein“ war das 2003 beschlossene Ziel der Stadtentwicklung Duisburg. Die ehemalige Industriebrache am rechtsrheinischen Hochufer, im Ortsteil Hochfeld, wurde in den letzten 20 Jahren zu einer hochwertigen Parkanlage mit großer Freizeitqualität entwickelt. Insgesamt ist das ehemalige Industrieareal 60 ha groß und es umfasst neben dem RheinPark (33 ha) auch die städtebauliche Entwicklungsfläche „RheinOrt“ (27 ha). Die Parkanlagen des RheinParks erstrecken sich 1,4 km entlang des Ufers vom Kultushafen im Süden bis zur Brücke der Solidarität im Norden. Weite Sichtbeziehungen vom Hochufer des Rheinbogens und die „Wiesenschollen“ des Parks lassen erstmalig die Lage im Stadtraum erkennen. Die Fläche wird durch das Anschlussprojekt RheinOrt weiter aufgewertet. Hier wird ein gemischt genutztes Stadtquartier entstehen, das Raum für Raum zum Arbeiten und Leben für rund 4.500 Menschen schafft und ein beachtliches Potenzial auch für die Ansiedlung von Unternehmen bietet. Die notwendige Infrastruktur, eine Grundschule, eigene Kindertagesstätten sowie weitere Quartiersplätze werden integriert. (Projektbeteiligte: DLE Land Development GmbH und Drees & Sommer das Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, NIEMANN+STEEGE Gesellschaft für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Städtebau, Städtebaurecht mbH)
Landschaftsarchitektur
Der RheinPark wird auf Basis des Gewinnerentwurfs (Atelier Loidl Landschaftsarchitekten) eines europaweiten Planungswettbewerbes im Jahr 2004 entwickelt. Der erste Bauabschnitt konnte im Jahr 2008 der Öffentlichkeit übergeben werden. Seitdem wird der RheinPark sukzessive ausgebaut und weiterentwickelt. Dies geschieht in sechs Bauabschnitten, die sich aus der Flächenverfügbarkeit (Rückbau der Industriefläche und anschließender Verkauf an die Stadt Duisburg) ergeben. Als großzügige Grünfläche bestehend aus weiten Wiesenflächen und geordneten Baumstrukturen erstreckt sich der Park entlang des Rheins bis zum Hafenbecken des Kultushafens. Er weist durch hochwertige Nutzungen, wie z.B. einem Skatepark, Aussichtsplattformen sowie einer attraktiven Ufergestaltung, eine hohe Freiraumqualität auf.
Die Struktur des RheinParks zeichnet sich durch hochgelegene, leicht geneigte Ebenen, den Wiesenschollen und tief eingeschnittenen Wegeführungen aus. Künstlerisch angelegte Baumhaine geben den Freiflächen eine räumliche Gliederung. Als Relikt der ehemaligen industriellen Nutzung werden die Erzbunkerwände in die Gestaltung des RheinParks integriert und gezielt durch professionelle Graffiti-Kunst in Szene gesetzt. Auch der vorhandene Wasserturm findet als Industriedenkmal der Niederrheinischen Hütte Berücksichtigung in der neuen Konzipierung des RheinParks.
Ebenfalls in das Gestaltungskonzept integriert ist die weiterhin betriebene Güterbahnlinie. Die weiten Wiesenflächen ragen über die Bahnlinie hinaus und bieten einen Ausblick auf die Uferpromenade und den Rhein sowie die gegenüberliegende Rheinaue in Rheinhausen.
Über die tiefergelegenen Wege sind zwei Bahnunterführungen zu erreichen, welche an das Rheinufer anschließen. Zusätzlich wird durch zwei Fußgängerbrücken eine bessere Vernetzung der verschiedenen Teilbereiche geschaffen.
Insgesamt ist der RheinPark ein attraktiver und moderner Grün- und Freiraum mit herausragendem Parkcharakter. Durch zahlreiche generationsübergreifende Angebote sowie der besonderen Lage am Rhein ist der Park ein beliebter Ort von gesamtstädtischer sowie regionaler Bedeutung.
Industrienatur
Der RheinPark als altindustrieller Standort weist eine einzigartige Industrienatur auf. So zeigt sich hinsichtlich der Pflanzenarten eine erstaunliche Vielfalt mit einer Reihe von Rote Liste-Arten. Insbesondere die Mauern im Kultushafen und im RheinPark sowie steilere Böschungsflächen sind wertvolle und schützenswerte Standorte. Die unter strengem Artenschutz stehende Mauereidechse hat sich an bestimmten Stellen im RheinPark und im Kultushafen etabliert.
Pläne für zukünftige Entwicklung
Der RheinPark wird einer der drei eintrittspflichtigen Zukunftsgärten für die Internationale Gartenschau IGA 2027 in der Metropole Ruhr und damit zentraler Bestandteil der Gartenbauausstellung. In Zusammenarbeit mit der IGA Metropole Ruhr 2027 gGmbH (IGA gGmbH) wurde ein freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb zum Zukunftsgarten „RheinPark und Anbindung“ durchgeführt, welcher im Jahr 2021 mit der Wahl des Siegerentwurfs erfolgreich beendet wurde (wbp Landschaftsarchitekten GmbH). Der Entwurf zeigt die nachhaltige dauerhafte Entwicklung des RheinParks und des anschließenden Grünzuges Grüner Ring in Hochfeld sowie die temporäre Gestaltung im Rahmen der IGA 2027 auf.
Geplant ist eine nachhaltige, biodiverse und klimaresiliente Entwicklung der Grün- und Freiräume, die Vorbildcharakter für zukunftsweisende Quartiere hat und Impulse für innovative Ansätze liefert. Der Zukunftsgarten wird die Leitidee "Stadt der Vielfalt am Wasser/Ort des Wandels“ umsetzen und dabei die raumspezifischen Besonderheiten des Ortes aufgreifen. Er kann in diesem Zusammenhang als Testlabor für nachhaltige Konzepte und Maßnahmen für eine Vielzahl an urbanen Themen dienen. Im Fokus stehen Maßnahmen zur Anpassung des Raumes an den Klimawandel, der Stärkung der biologischen Vielfalt und des Naturerlebens, der Verwendung klimaangepasster Bauweisen und -elemente, der umweltschonenden Mobilität sowie der Entwicklung innovativer Verkehrsräume. Der RheinPark wird bis zur IGA mit einer Vielzahl an Ergänzungsmaßnahmen aufgewertet werden, die den Park als Ort des IGA-Events und darüber hinaus dauerhaft qualifizieren. Beispielhaft sind der Bau eines großen inklusiven Spielbereiches, die Erweiterung der Skateanlage, der Bau eines Schiffsanlegers für die Weiße Flotte und die Inszenierung des historischen Wasserturmes zu nennen. Ein nachhaltiges, automatisiertes Bewässerungssystem für die großen Baumfelder im RheinPark reagiert auf die Anforderungen der vermehrten Hitze- und Trockenzeiten. Vielfältige Zukunftsbäume werden den derzeitigen Gehölzbestand ergänzen und im Zusammenspiel mit Blühpflanzungen besondere Parkakzente setzen.
Ganz neu entwickelt wird der südliche Bereich des Zukunftsgartens, der heute als ehemalige Industriehafen (Kultushafen) vorzufinden ist. Dieser wird ab Ende 2024 zu einem erlebnisreichen Ort am Wasser umgebaut werden.
Besonderheiten / Alleinstellungsmerkmal(e)
- Panoramablick auf den Rhein
- Der 200 m lange und bis 30 m breite Strandbereich
- Restaurant Ziegenpeter am Rheinstrand
- Industriekulturkulisse (alter Wasserturm, Erzbunkerwände)
- Blick auf geschichtsträchtige Brücke der Solidarität
- Skaterpark, Kletterwand an historischer Erzbunkerwand, Spielbereiche.
Eintritt
- kostenlos
Impressionen
Öffnungs- & Besuchszeiten
Täglich, rund um die Uhr geöffnet
Erreichbarkeit
ÖPNV
Von Duisburg Hbf. oder Krefeld Hbf. mit RB 33 und 35 bis Duisburg-Hochfeld-Süd
Vom Hauptbahnhof mit der Straßenbahn der Linie 903 Richtung Mannesmann Tor 2 bzw. Rheintörchenstraße bis Duisburg-Hochfeld-Süd / RheinPark. Vom Bahnsteigabgang an der Fußgängerampel nahe der Bahnunterführung über die Straße gehen. Schräg links-geradeaus der kleine Weg führt auf die Brücke und zum anderen Rheinufer, links entlang der Straße und hinter der Bahnbrücke rechts gelangt man zum Widerlager der Brücke, der Weg rechts und dann links führt in das Herz des Rheinparks.
Ne6 Haltestelle Hochfeld Süd/ RheinPark
Fahrrad
Der Rhein-Radweg verläuft auf dem linken Rheinufer, der Park kann aber über die Hochfelder Brücke erreicht werden. Der Erlebnisradweg Rheinschiene führt direkt am RheinPark vorbei. Zukünftig wird der RheinPark über den kommunalen Radweg angebunden.
PKW
A59 bis zur Ausfahrt 13 Wanheimerort. Aus Zentrumsrichtung rechts, aus Richtung Süden links abbiegen auf die Wacholderstraße. Links abbiegen auf die Düsseldorfer Straße. Nach 1,5 km an der abschwenkenden Straßenbahnbrücke rechts abbiegen in die Neuenhofstraße. Nach 400 m an der nächsten Kreuzung rechts auf die Forststraße. Nach 2 km hinter der Bahnunterführung links abbiegen in die Liebigstraße und hier die Parkmöglichkeiten nutzen.
Zieleingabe ins Navigationssystem: Liebigstraße in Duisburg
Barrierefreiheit
Informationen zum Gelände
- Es handelt sich um ein weitläufiges Gelände mit unterschiedlichen Wegebelägen. Die Hauptwegeführung ist für Rollstuhlfahrer geeignet und als Rundweg möglich.
- Es gibt zum Teil einen stufenlosen Zugang zum Rhein.
- Auf dem Gelände sind Sitzmöglichkeiten zum Verweilen vorhanden.
- Die Mitnahme eines Blindenhundes ist selbstverständlich gestattet.
Toiletten
- Im RheinPark befinden sich an folgenden Orten öffentliche rollstuhlgerechte Toiletten:
- Am Gastronomiepunkt “Ziegenpeter“ an der Uferpromenade.
Parkplätze
- Parkmöglichkeiten an der Liebigstraße und am Pulp. Hier sind auch ausgewiesene, behindertengerechte Parkplätze vorhanden.
- Die Haltestelle „Hochfeld-Süd/ RheinPark“ wird von der Stadtbahnlinie 903 angefahren und liegt ca. 300 Meter vom Eingang entfernt.
Gastronomieangebot
Gastronomie ist vorhanden
Weitere Gastronomieangebote:
- Restaurant Ziegenpeter: Das Restaurant Ziegenpeter bietet einfache, regionale Küche mit Pfiff. Das Restaurant wird als Erlebnisgastronomie geführt von der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeichnen sich durch ihre Vielfältigkeit aus; ob mit oder ohne Behinderung bereichern sie den Ziegenpeter mit ihrer Persönlichkeit. Die ökologische Nachhaltigkeit wird zum Beispiel bei der Auswahl der Lebensmittel und bei der Verpackung berücksichtigt.
www.ziegenpeter-duisburg.de
- Akkurt Wasserturm: Mit dem Auto in 5 Minuten, mit dem Rad in 8 Minuten erreichbar. Im obersten Stockwerk gibt es ein Frühstückscafé mit Panorama-Ausblick auf Hochfeld (in ca. 50 Metern Höhe)
https://www.instagram.com/akkurt_cafepanorama/
- Cuca Café am RheinPark: Café, spezialisiert auf Torten.
https://www.instagram.com/cuca.cake/
- Pulp Event Schloss: Restaurant und Club mit Mittelalterambiente in einem früheren Bahnhof, mit Musik von Alternative bis Pop.
Sonstiges
- WC vorhanden
- Bänke und Sitzgelegenheiten
- Hunde sind im RheinPark willkommen. Im Interesse aller Parkbesucher gilt es, Hunde an der Leine zu führen.
Die Niederrhein-Route führt Radwanderer am RheinPark vorbei. Spezielles „Mit dem Rad der Natur auf der Spur“- Radreiseangebot von Duisburg Kontor. Die Radroute dieses Arrangements führt auch in den RheinPark. Fahrradabstellanlagen befinden sich an der Liebigstraße.
Lageplan
Anschrift
Zukunftsgarten RheinPark
Liebigstraße 70
47059 Duisburg
Deutschland
Daten
Entstehung:
- Fertigstellung des 1. BAs: 2008
- Fertigstellung des 2. BAs: 2020
- Fertigstellung des 3. BAs: 2022
- Fertigstellung des 4. BAs: 2024
- Fertigstellung des 5. BAs: 2028
Weiterentwicklung:
Der RheinPark liegt auf einem Teilbereich des ehemaligen Arcelor-Mittal-Drahtwalzwerkes Duisburg-Hochfeld. Die Entwicklung des RheinParks erfolgt in 5 Bauabschnitten.
- 2008: Der 1. BA mit großzügigen Wiesenschollen und eingeschnittenen, gradlinigen Wegeverbindungen, einschließlich der Skateranlage und dem Kletterparcour an den ehemaligen Erzbunkerwänden wird für die Öffentlichkeit freigegeben.
- 05/2009: Die Rheinpromenade, die Fußgängerbrücken über die Gleisanlagen der Hafenbahn und die Hochfeldallee als Zugang aus dem Stadtteil Hochfeld an den Rhein werden der Öffentlichkeit übergeben.
- 08/2009: Im Sommer 2009 findet ein großes Graffiti-Event statt. Mit der Aktion "Graffiti als Graffiti-Schutz" sollen wilde Sprayaktionen an den mächtigen Mauerresten - ehemalige Industrierelikte -verhindert werden. Insgesamt werden 9 Wandflächen von 4 Erzbunkerwänden gestaltet. Rund 4.800 qm erhalten so von 65 Graffitikünstlern ein neues Outfit. Namhafte internationale Künstler und Akteure aus Deutschland wie Loomit, Kiam, Stohead und Dome sind beteiligt. Auch lokale Akteure aus der Duisburger Szene gestalten die Mauern mit. Mit der endgültigen Aufgabe der industriellen Nutzungen auf dem Gelände des ehemaligen Walzdrahtwerkes können die bisher fehlenden Parkteile gebaut werden.
- 2021: Die nordöstlichen Flächen werden 2021 mit dem 2. Bauabschnitt in den Park integriert. Ein neuer, drei Meter breiter Weg führt gradlinig als Teil der neuen Ost-West-Verbindungsachse RheinOrt auf den geschichtsträchtigen „Schiffertunnel“ zu und bietet einen stufenlosen Zugang zum Rhein. Ein weiterer Spielbereich wird eröffnet. Der 465 Meter lange „Parkbalkon“ wird ebenfalls erweitert.
- 2023: Mit dem 3. Bauabschnitt werden weitere Wiesen- und Wegeflächen ausgebaut.
- 2024: Fertigstellung des 4. Baubschnitts. Er komplettiert den RheinPark in nördlicher Ausdehnung bis zur Brücke der Solidarität und den Parkbalkon. Das Ensemble der Trafo- und der Pumpenhäuser am Rhein wird landschaftsplanerisch neu gestaltet. Die Gebäude sind nicht erhaltenswert und teilweise sehr baufällig. Sie werden abgerissen. Als nördlicher Vorbereich des „Rheinstrandes“ wird die Uferpromenade erweitert, die bisher durch die Gebäude in der Durchgängigkeit sowie den Blickbeziehungen stark eingeschränkt war. Die neue Gestaltung ist damit ein existenzieller Baustein im Kernbereich des Parks. Auch hier wurden Relikte aus der vergangenen Nutzung, zwei massive Betonfundamente einer ehemals riesigen Krananlage zur Verladung, einbezogen und mit einer Aussichtsplattform zu einem besonderen Ort ausgestaltet. Parallel zur Parkentwicklung wird die Einbindung des Wohn- und Gewerbequartiers RheinOrt, welches östlich an den RheinPark anschließt, und die weitere Anbindung des Stadtteils Hochfeld auf den Weg gebracht.
- 11/2024: Beginn des Umbaus des ehemaligen Industriehafens „Kultushafen“ zu einem erlebnisreichen Ort am Wasser.
- 2028: Im 5. Und letzten BA des RheinParks wird der Bau der Achse RheinOrt erfolgen. Sie wird das Bindeglied zwischen der Parkanlage, Hochfeld und der zukünftigen Bebauung RheinOrt sein. Sie übernimmt eine wichtige Funktion innerhalb des Entwässerungskonzeptes des gesamten RheinOrt-Quartiers (Sichtbarmachung von Wasser in der Stadt). Die Gestaltung der Achse wird sich in den Kontext des Konzeptes des RheinParks und des Grünen Rings einfügen und die beiden Grünanlagen stärker zusammenführen.
„Erlebnisrouten IGA 2027 – Grüne Transformation mit dem Rad erleben"
Das Projekt wurde gefördert von:








